Frank Becker´s Reiseberichte

Das Inntal von der Quelle bis Kufstein. Eine Tour des Seniorenbüros Hanau vom 27.7. – 3.8.2008

Sonntag, der 27.7.2008
Gegen 8:00 Uhr ist Fa. Merth mit Bus mit Radanhänger am Seniorenbüro und das Gepäck wird verstaut und die Räder verladen. Gegen 8:30 beginnt unsere Fahrt in die Schweiz. Zunächst über die A3 bis zum Biebelrieder Kreuz und dann auf der A7 bis Memmingen. Es ist reger Reiseverkehr aber der Bus darf mit Anhänger eh nur 80 km/h fahren und der Fahrer muss seine Pausen einhalten, es dauert also bis zum frühen Nachmittag, bis wir nach einigen Staus auf der A96 den Bodensee, Bregenz und schließlich die Schweiz erreichen. Wir fahren die Autobahn bis Chur, dann weiter auf der Landstraße über den Albulapass nach Silvaplana und dann entlang des Sees hinauf bis nach Maloja, unserem Startort.

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Am Albula-Pass

Das Wetter spielt mit und wir sehen die mächtigen 3000er des Engadins. Nach der ganztägigen Busfahrt bleibt bis zum Abendessen noch ein wenig Zeit, einmal durchs Dorf zu gehen, es ist ein sehr überschaubarer Ort. Nach einem guten Abendessen sitzen wir noch lange zusammen und tauschen unsere Erwartung an diese Tour aus. Das Hotel ist etwas älter und hat nur kleine Zimmer ohne Bad und WC, aber irgendwie bekommen wir das geregelt.

Montag, der 28.07.2008
Die Sonne scheint und es ist für 1.800 m Höhe auch temperaturmäßig ganz angenehm. Wir starten zunächst mit einer kleinen Wanderung bergauf in Richtung Innquelle. Nach einer guten halben Stunde ist der Blick frei auf den Wasserfall, der als der Innursprung gilt. Er wird gespeist von einem dahinter liegenden Gletschersee.

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Wanderung zur Innquelle

Nach dem Abstieg machen wir die Räder fertig, stellen unser Gepäck zur Abholung bereit und rollen los. Bis Sils geht es dann eben am See auf der Landstraße entlang, dann gelangen wir über kleinere Sträßchen über Silvaplana nach St. Moritz, das wir uns allerdings nur von unten, vom See aus, anschauen.

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St. Moritz vom See aus Nordostwärts

Nach einer Rast geht es dann weiter und bergauf. An einem Bergsee steht das Restaurant Lej da Staz, wo großer Trubel herrscht, wir aber trotzdem Mittagspause halten, bevor die Strecke weiter durch den Wald hinauf führt. Bei Punt Muragl erreichen wir wieder die Straße, wo die Spitzengruppe lange auf uns am Ende warten musste. Der Weg war halt für Mountainbikes ok, für Tourenräder etwas schwierig zu fahren, besonders bergab. Bald waren wir in Samedan, es folgte Zuoz, bis wir nach 60 eindrucksvollen Kilometern fast nur bergab unser Etappenziel, das Städtchen Zernez auf knapp 1.500 m Höhe erreichten. Auf den letzten Kilometern hatte es leicht geregnet und so waren wir froh, unsere Zimmer im Hotel Spöl gleich beziehen zu können, auch wenn bis zum Abendessen noch viel Zeit war.

Dienstag der 29.7.2008
Die heutige Route führt weiter bergab am Inn entlang. Susch, Lavin, Guarda, Ardez und Scuol sind die fremd klingenden Namen der Ortschaften, die wir durchfahren oder am Weg liegen sehen. In Scuol, einer etwas größeren Ortschaft in 1250 m Höhe, machen wir eine ausgedehnte Mittagspause, ich esse ein Eis aus frischer Kuhmilch. Am Nachmittag befahren wir zunächst einen Forstweg oberhalb des weit unten fließenden Inns. Das Tal ist hier sehr eng und wir müssen z.T. hoch hinaus fahren um über reißende Gebirgsbäche eine Brücke zu finden.

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Blick nach unten – Abenteuer pur

Die vielen fremdartigen Namen sind übrigens der rätoromanischen Sprache zu verdanken!
Später sind wir dann wieder auf der Landstraße, bzw. parallel verlaufenden Radwegen unterwegs. Bei Nauders überqueren wir die Grenze zu Österreich und erreichen nach 67 km unser Etappenziel, die Stadt Pfunds in nur noch 970 m Höhe. Hier finde ich einen Schuster, der mir meine Sandale repariert. Das Hotel Traube lag im Ortszentrum.

Mittwoch, der 30.7.2008
verspricht ein warmer Tag zu werden. Schon früh sehen wir Gleitschirmflieger von einem Berghang starten und über uns kreisen. Wir radeln zunächst auf einer Nebenstraße, unterbrochen von einem Stopp zum Schwimmen am Rieder Badesee,

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Der See lädt zum Baden ein

die ersten ca. 30 km bis nach Landeck in 800m Höhe, wo wir die Mittagspause machen. Über Zams und Starkenbach verlassen wir unterhalb von Imst, das Inntal um hinauf nach Karres, unserem nächsten Etappenziel zu gelangen. Dort, in 840m Höhe gelegen, erreichen wir nach 56 Tageskilometern unser Hotel zur Traube (schon wieder!), in dem wir einen sehr unterhaltsamen Abend bei gutem Essen und Trinken erleben werden.

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Unser Hotel

Donnerstag, den 31.07.2008
Es wird noch etwas wärmer und wir haben einen starken Westwind, der uns vor sich hertreibt. Hinter der Ansiedlung Trankhütte erreichen wir wieder den Inn-Uferweg und gleich darauf eine Kneippanlage mit eiskaltem Innwasser. Da darf natürlich jeder mal ein paar Runden drehen.

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Kneipptour

Immer entlang des Inn kommen wir über Silz nach Stams, wo wir Stift Stams besichtigen. Dann fahren wir weiter nach Telfs zur Mittagspause.

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Was für eine Aussicht

Später geht es dann weiter meist in Sicht- und Hörweite mit der Inntalautobahn aber mit einem gehörigen Rückenwind und immer noch leicht bergab. Wir kommen über Polling, Inzing, vorbei an Zirl schließlich nach gefahrenen 61km ins 580m hoch gelegene Innsbruck. Unser Hotel im Stadtzentrum ist schnell gefunden und wir haben noch den ganzen Nachmittag zum Anschauen der Innenstadt. Am Abend gehen wir gemeinsam in ein Lokal zum Abendessen.

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Verziertes Haus in einer reichen Stadt

Freitag, der 1.8.2008
Das schöne Wetter ist erstmal vorbei. Noch ist es trocken und wir machen uns mit einem Stadtführer mit Rad auf den Weg zur Olympiaschanze am Berg Isel und erkunden dann nach und nach die Stadt. Dann fängt es leider doch zu regnen an, nicht stark, so dass wir beschließen, erstmal bis zur Mittagsrast weiter zu fahren. Nach etwa 10 km finden wir am Rand des Radweges nach Hall in Tirol ein schönes Lokal (Gasthof Badl) direkt am Inn, wo wir uns trocknen und eine Kleinigkeit essen und trinken können. Nach der Mittagspause hat der Regen aufgehört und der Wind treibt uns weiter nach Westen. Über Wattens und Schwaz erreichen wir unser Etappenziel Jenbach nach nur 52 km. Im Jenbacher Hof hatten wir schöne Zimmer.

Samstag, der 2.8.2008
Es ist unser letzter Etappentag. Bei Sonnenschein und Rückenwind fahren wir auf guten Wirtschaftswegen fast eben durchs breite Inntal. Wir überqueren die Ziller, kommen durch Brixlegg und schließlich nach Rattenberg, wo wir eine längere Mittagspause im historischen Zentrum machen.

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Rattenberg

Hier schaut Dieter Fischer nach meinem Rad, das schon seit zwei Tagen ungesunde Laute beim Treten von sich gibt. Auch der erfahrene Monteur kann den Fehler nicht beseitigen aber immerhin diagnostizieren: Das Tretlager ist hin. Wir finden heraus, wo der nächste Fahrradladen ist und ich fahre nach Absprache mit Manfred alleine vor, um vielleicht ein Ersatzteil im Radladen in Kundl zu erhalten. Als ich den Laden endlich gefunden habe, steht da ein Schild: „wegen Betriebsferien geschlossen“: Wunderbar. Ich erhalte einen Tipp: auf der anderen Innseite, in Breitenbach soll auch ein Radladen sein. Ich fahre rüber, finde ihn, aber natürlich hat er das passende Tretlager nicht. So werde ich die restlichen km mit dem kaputten Tretlager fahren müssen. In Breitenbach entdecke ich dann noch einen netten Gasthof, ich rufe Manfred an und erkläre ihm den Weg und bald ist die Gruppe da, wir sitzen im Biergarten bei gutem Kuchen und Kaffee. Dann folgen die allerletzten knapp 20km und wir sind in Kufstein, wo wir zunächst die Festung besichtigen, weil unser Hotel am Stadtrand liegt. Der Blick von oben auf die Stadt und die Landschaft ist wunderschön und wir genießen diese Aussicht. 53 km sind wir heute gefahren. Unser Hotel, der Gasthof Felsenkeller, liegt direkt am Waldrand mit Blick über Kufstein. Wir freuen uns schon auf das spätere Abendessen, der dann einsetzende Regen stört nicht mehr: der Bus holt uns morgen früh am Hotel ab!

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Einfahrt nach Kufstein

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Blickrichtung Südwest

 

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Richtung Nordost und unser Hotel ganz hinten

Januar 2013 – © Frank Becker

 

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